NEUES:
Squid
Squid

Squid

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Holly Whittaker
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Sepp

Manchmal bin ich über die digitalen Spuren überrascht, die ich freiwillig hinterlasse: An einem Samstagmorgen im April 2019 habe ich zum ersten Mal „Houseplants“ von Squid shazamt. BBC 6 Music, natürlich. Post-Punk-Gitarren, treibender Beat, Parolenhafte Lyrics – fühlt sich sofort nach einem Floorfiller im Lieblingsclub an. Doch mittendrin? Kakophonie auf dem Weg zur Katharsis. Zum Glück habe ich es gerade noch geschafft, die entsprechende App zu öffnen, um mir Erkenntnis zu verschaffen.

Mit der Mischung aus Post-Punk, energetischen und gleichzeitig hypnotisierenden Krautrock und Ausflüge in Jazz hat das Quintett aus Brighton ihren eigenen Sound abseits und dennoch als Teil der Londoner Szene entwickelt. Bereits bei der Single „Houseplants“ war Dan Carey als Produzent tätig. Carey ist der Mann im Hintergrund, der mit seinem Label „Speedy Wunderground“ Bands wie „Black Midi“ oder „Black Country, New Road“ in den letzten Jahren auf den Musikradar gebracht haben und dem arg angestaubten Genre „Indie“ neuen Spirit eingehaucht hat. Mit der ersten EP „Town Centre“ erhalten Squid die Energie der ersten Singles und legen mit dem ersten Album „Bright Green Field“ noch eine Schippe drauf – Musik als Katharsis, Musik als Experimentierfeld.

Der Sound von Squid wechselt von Disco-Funk zu Gitarrengeschrammel, gerne gleichzeitig – organisiertes Chaos – tanzend schreien oder schreiend tanzen? In jedem Fall klingt die Musik befreiend. Ollie Judge orchestriert die Songs des Post-Punk-Ensembles als Drummer und mit seinem atmosphärischen Hypno-Gesang, gerne auch im Duett mit Gitarrist Louis Borlase. Gitarrist Anton Pearson und die prominenten Bassläufe von Laurie Nankivell während Keyboarder Arthur immer wieder Akzente am Synthesizer oder mit der Trompete setzt. Was Squid von anderen Bands des Post-Punk-Revivals unterscheidet ist das Gespür, den zeitgemäßen Sound mit soziokulturellen Themen zu versehen: Tristesse und Belanglosigkeit („Houseplants“) oder gesellschaftliche Desillusion („Match Bet“) bis hin zu Alltagsbeobachtungen auf dem Album „Bright Green Field“. Die Frage nach dem Jetzt beantworten Squid nicht als Schlachtruf, sondern als intelligente Beobachtungen.

Der „Houseplants“-Shazam hat sich vor ein paar Wochen ein weiteres Mal gejährt, „The Cleaner“ steht im Plattenschrank. Die neue Musik liegt auf dem Plattenteller. Der eigene Squid-Groove wird bald auch das imaginäre Immergut-Zelt mit Energie aufladen. Schöne Aussichten - bis dahin gieße ich weiterhin meine Zimmerpflanzen.

26.-28.08.2021 • Neustrelitz • 26.-28.08.2021 • Neustrelitz • 26.-28.08.2021 • Neustrelitz • 26.-28.08.2021 • Neustrelitz • 26.-28.08.2021 • Neustrelitz • 26.-28.08.2021 • Neustrelitz • 26.-28.08.2021 • Neustrelitz • 26.-28.08.2021 • Neustrelitz • 26.-28.08.2021 • Neustrelitz • 26.-28.08.2021 • Neustrelitz •
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